wenn der mann dich wahnsinnig macht und du emotionalen stress spürst

Der Mann macht mich wahnsinnig! Befreiung von emotionalem Stress

Seit 3 Tagen schlafe ich unglaublich schlecht. Und das liegt allein daran, dass ich mich maßlos über eine bestimmte Person aufrege. Diese benimmt sich meiner Meinung nach unmöglich und treibt mich damit in den Wahnsinn. Denn er lässt mich warten und ist für mich seit eben 3 Tagen nicht erreichbar. Nicht am Handy, nicht online – gar nicht. Der Mann macht mich wahnsinnig!

Meine Gefühle wechseln zwischen rasender Wut, Frustration, tiefen Selbstzweifeln und Traurigkeit. Zwischen durch gelingt es mir sogar mal mich abzulenken, nur um mich nach 1-2 Stunden doch wieder aufzuregen. Das ist der pure emotionale Stress!

Hör dir auch meine passende Podcastfolge „Wie du dich von der Übermacht deiner Emotionen befreien kannst“ an! Das gilt für Männer, die sich von ihren Frauen verrückt machen lassen, natürlich gleichermaßen! 😉


Macht wirklich der Mann mich wahnsinnig oder sind es meine emotionalen Reaktionen?

Heute morgen bin ich schon wieder viel zu früh wach und mein Gehirn verfällt augenblicklich in aufgewühltes Grübeln. Als auch mein Magen anfängt zu rumoren, denke ich mir: Hey, Stopp. Dieser Psychostress kann einfach nicht gesund sein. Ich kann nicht mehr und hab auch überhaupt keine Lust mehr auf die selbe Gedankenleier: Warum meldet er sich nicht? Hab ich etwas falsch gemacht? So ein Mistkerl! etc. Muss ich mich wirklich von diesem Mann so wahnsinnig machen lassen?

In diesem Moment fallen mir die Worte von Bruce Lee ein, die ich vor einiger Zeit gelesen habe. Er sagt, dass wir leiden werden, wenn wir auf alles, was um uns herum passiert, in Form von negativen Gefühlen oder Handlungen, reagieren.


Du wirst leiden, solange du eine emotionale Reaktion auf alles hast, was dir gesagt wird.

Wahre Kraft liegt darin, dich zurück zu lehnen und die Dinge mit Logik und Ruhe zu betrachten.

Wenn Worte dich kontrollieren können, bedeutet das, dass jeder dich kontrollieren kann.

Atme durch und erlaube manches einfach loszulassen.

(Bruce Lee)



Ich liege immer noch da und möchte mich einfach nur von diesen schlechten Emotionen befreien, die mich total zerfressen und mir sogar schon auf die Gesundheit schlagen. Und da ich sie nicht einfach abschütteln kann, fange ich an, mich mit ihnen auseinander zusetzen. Denn, so heißt es in der Psychologie, man muss genau da hinsehen, wo es weh tut oder wovor man Angst hat. Nur so lassen sich diese Gefühl vollständig erfassen und der Stress sich auflösen.


Woher kommen all die Emotionen, die zum Stress führen?

Also überlege ich, warum es mich denn eigentlich so wahnsinnig macht, dass dieser Mann sich nicht meldet. Sehr schnell komme ich auf den Gedanken, dass es mit Kontrollverlust zu tun hat. Ich habe absolut keine Möglichkeit ihn dazu zu bringen, sich zu melden und kann ihn auch nicht erreichen. Ich kann also nicht mit ihm in Kommunikation treten und das Thema klären. Er alleine hat die komplette Kontrolle über die Situation und ich fühle mich dadurch hilflos. Das führt mich tiefer: Was liegt hinter diesem Kontrollverust?

Ich spüre in mich hinein und fühle ganz klar, dass es Angst ist. Die Angst, nicht wichtig genug für diese Person zu sein. Es nicht wert zu sein, dass mir Aufmerksamkeit gegeben und auf mich Rücksicht genommen wird. Außerdem die Angst, dass er sich gar nicht mehr meldet und mir jede Möglichkeit der Klärung genommen wird.

Und dann fühle ich diese unbändige Wut aufkochen, die mich dazu bringen will, der Person einfach etwas Blödes zu schreiben. Sie anschließend am Besten noch zu blockieren, so dass ich der Lage wieder auf irgendeine Weise Herr werde. Dann sitze nämlich ich wieder am längeren Hebel, dann habe ICH es beendet und bin wieder an der Macht. Macht? Interessant, warum will ich an der Macht sein?, frage ich mich selbst. Und die Antwort aus meinem Inneren folgt prompt: Na, um nicht verletzt zu werden, logisch. Dadurch versuche ich mich zu schützen.

In meinem Kopf und meinem Körper breitet sich eine Klarheit aus, fast schon eine Art Befreiung von diesen stressigen Emotions-Dämonen, die kurz davon waren mich komplett zu verschlingen. Wow! Erleichtert stehe ich auf und gehe ins Bad, um mir die Zähne zu putzen.


Oh nein: Jetzt geht der Wahnsinn mit dem Typ schon wieder los

Da fällt mein Blick wieder auf das Handy und der Mist beginnt von vorne. Ich merke wie der Stress erneut in mir hochkriecht und bin fast am Durchdrehen. So ein unmögliches Verhalten kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie kann er nur?? Was für eine Frechheit! Das habe ich nicht nötig! Und als ich mich selbst so in Rage denke, halte ich plötzlich inne und denke: Nein, ich will das nicht.

Also setze ich mich aufs Sofa und gehe abermals all meine Gefühle durch. Und ich ziehe Verknüpfungen. Wo kommen diese Gefühle her? Was habe ich als Kind vielleicht erlebt, dass es mir jetzt so schwer fällt, ruhig zu bleiben und mich so strak von jemandem verunsichern zu lassen?
Nach und nach komme ich mir selbst immer mehr auf die Schliche und beruhige mich wieder. Nach einer Weile ertappe ich mich wieder dabei, wie ich mich erneut in der Gedankenspirale befinde.
Also auf ein Neues: ich zwinge mich dazu, meine Emotionen zu erforschen. Es ist anstrengend und ich habe keine Lust dazu. Wahnsinnig gerne würde ich diesen Mann einfach anschreien und dann einen Deckel auf das ganze Thema drücken!

Doch stattdessen (und weil ich ihn sowieso nicht erreichen kann), gehe ich immer wieder in mich. Wieder und wieder, jedesmal, wenn ich den Ärger aufkochen spüre. Und tatsächlich – es funktioniert! Die Abstände zwischen den emotionalen Attacken werden größer. Ich kann mich im Lauf der nächsten Stunden auf andere Dinge konzentrieren. Und als wieder eine blöder Gedanke kommt, ist es mir inzwischen tatsächlich möglich zu denken: ach lass ihn doch. Der wird sich schon melden. Und wenn nicht, dann eben nicht. Dann passen wir einfach nicht zusammen, weil ICH es mir anders vorstelle.


Für einen klaren Blick müssen die Emotionen erst Abkühlen. Dann kann dich kein Mann mehr wahnsinnig machen.

Selbstverständlich brauchen wir nicht alles mitzumachen, was ein Anderer uns auftischt. Aber diese Beurteilung können wir nur bei klarem Verstand treffen, nicht während wir noch mitten im emotionelen Stress sind. Nur dann sind wir überhaupt in der Lage dazu, von einem neutralen Standpunkt aus, zu sehen, ob ein gewisses Verhalten gerechtfertigt ist oder nicht. Vielleicht denkt die andere Person sich gar nichts dabei und tickt einfach anders als wir. Denkbar wäre es.
Ob wir damit aber leben können und wollen, das lässt sich erst entscheiden, wenn die Emotionen abgekühlt sind. Dann entscheiden wir aus einem Standpunkt der inneren Ruhe. Dann entscheiden überhaupt erst wir selbst und nicht unsere wirres Gefühlschaos.

Diese Übung lässt sich in jeder Situation einsetzen, in der ungewünschte Gefühle das Reaktions-Steuer übernehmen. Damit lassen sich auch sehr eingefahrene Muster auflösen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du es einmal für dich ausprobierst. Auch wenn es Überwindung kostet und anstrengend ist, aber es lohnt sich wirklich, hier ein bisschen Willenskraft und Durchhaltevermögen zu investieren. Am Ende bist du nämlich frei von diesem emotionalen Gefängnis und kannst dich plötzlich ganz anders verhalten, als du es von dir in stressigen Situationen kennst. Also überrasche dich selbst! 🙂

Vielleicht interessiert dich auch, wie du deine Lebensumstände akzeptieren und dennoch dein Schicksal in die Hand nehmen kannst. Dann schau auch mal beim Blogbeitrag vorbei.

Share on facebook
Share on pinterest

Schreibe einen Kommentar